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Neues Lebenszeichen von Rosetta-Lander Philae

Der Rosetta-Lander "Philae" (Foto: Wikipedia)

Der Rosetta-Lander „Philae“ (Foto: Wikipedia)

Köln. (red) Der Lander Philae – Teil des Kometenforschungsprojektes „Rosetta“ der Europäischen Weltraumorganisation ESA – hat am 9. Juli von 19.45 Uhr bis 20.07 Uhr erneut Daten gesendet – darunter auch Mess-Daten des Instruments CONSERT (COmet Nucleus Sounding Experiment by Radiowave Transmission). CONSERT wird mit Hilfe der Rosetta-Sonde elektromagnetische Wellenausbreitung durch den Kern des Kometen Churyumov-Gerasimenko messen, um so über dessen innere Struktur und der Zusammensetzung Rückschlüsse zu ziehen.

Auch wenn die Verbindung mehrfach abbrach, blieb ein Kontakt zu Philae über insgesamt zwölf Minuten stabil. „Philaes Lebenszeichen beweist uns, dass die Kommunikationseinheit am Lander weiterhin funktioniert und unsere Kommandos empfängt“, sagt Dr. Koen Geurts, Ingenieur beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), aus dem Lander-Kontrollraumteam am DLR Köln.

Dabei war die Stimmung in den letzten Tagen nach Darstellung der DLR „durchaus durchwachsen“ gewesen: Seit dem 24. Juni 2015 hatte sich der Lander sich nicht mehr bei seinem Team im Lander-Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeldet. Auch auf ein erstes Test-Kommando, das Instrument CONSERT einzuschalten, reagierte der Lander am 5. Juli nicht. Philae hatte es seinem Team nicht leichtgemacht, an sein Überleben auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko zu glauben. Jetzt antwortete Philae erneut auf ein zweites Kommando, CONSERT einzuschalten.

Vom Boden aus kommandiert

„Wir haben Philae nie aufgegeben und sind optimistisch geblieben“, betont Koen Geurts vom DLR. Die Freude war groß, als Philae sich am 13. Juni 2015 nach sieben Monaten Winterschlaf wieder zurückmeldete und Daten über seinen Gesundheitszustand schickte. Der Lander war fit für den Betrieb an seinem fernen Arbeitsplatz in rund 300 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde. Doch keine neue Flugbahn durch den Orbiter Rosetta, der als Funkrelais Philaes Daten zum Boden leitet, keine ausgeklügelte Annäherung an den Kometen ermöglichten eine regelmäßige Kommunikation mit dem Lander. Aus den letzten gesendeten Lander-Daten am 24. Juni 2015 ließ sich allerdings auch nicht erkennen, dass Philae technische Schwierigkeiten hätte. Die gemessene Temperatur von null Grad Celsius in seinem Inneren ließ das Team des DLR darauf hoffen, dass Philaes Batterie sich nun sogar wieder aufladen würde. Damit wäre ein wissenschaftlicher Betrieb unabhängig von den Tageszeiten auf dem Kometen möglich.

Zurzeit werten die Lander-Experten des DLR die empfangenen Daten aus: „Wir sehen bereits, dass wir mit unserem Kommando, dass wir am 9. Juli gesendet haben, das CONSERT-Instrument erfolgreich eingeschaltet haben“, erläutert Koen Geurts. Allerdings: Auch jetzt stellt Lander Philae sein Team vor Rätsel. „Wir haben noch keine genaue Erklärung, warum er sich jetzt gemeldet hat und in den vergangenen Tagen nicht.“ Die Flugbahn des Orbiters beispielsweise wurde im Vergleich zu den vergangenen drei Wochen nicht verändert. Sicher ist aber: Philae hat die harschen Bedingungen auf Komet Churyumov-Gerasimenko bisher überstanden und reagiert auch auf Kommandos seines DLR-Teams. „Das sind extrem gute Nachrichten für uns“, sagt Philaes technischer Manager, Koen Geurts.

Die Mission

Rosetta ist eine Mission der ESA mit Beiträgen von ihren Mitgliedsstaaten und der NASA. Rosettas Lander Philae wird von einem Konsortium unter der Leitung von DLR, MPS, CNES und ASI beigesteuert.

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